Ausgabe: Taschenbuch 40.Auflage November 2014

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Autor: Wolfgang Herrndorf

ISBN: 978-3-499-25635-6

Sprache: deutsch

Genre: Roman, Young Adult

Kosten: 8,99 Euro

Seiten: 254

Erster Satz: Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee.

Klappentext: Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland. Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz. «Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen. Aber besser, man fängt gleich damit an.» (Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Bewertung: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich viele Male an den Büchern von Wolfgang Herrndorf vorbei gegangen bin. So oft viele gute Kommentare über Tschick gehört, aber selbst als das Buch 2016 verfilmt wurde habe ich es nicht lesen wollen. Ich mag keine gehypten Bücher. Was soll man nach so vielen guten Rezensionen auch noch schreiben, das die meinige gelesen wird?

Ja es ist ein fantastisches Buch. Keine Frage! Eine Christine Westermann und ein Maxim Biller und schon gar nicht ein Dieter Hildebrandt, können sich irren. Diese Ausgabe wurde mir von Cathy “Mademoiselle Facettenreich” geschenkt und ich bin ihr dafür sehr dankbar, sonst hätte ich es wohl nie gelesen. Ich habe außerdem geglaubt schon zu alt für diesen Jugendroman zu sein. Ich wurde eines besseren belehrt.

Vom Anfang bis zur letzten Seite flüssig geschrieben und dem Jugendalter sprachlich angepasst habe ich mich die ganze Zeit gefragt ob wir uns damals auch so unterhalten haben. Mit zufällig ausgesprochenen Schimpfwörtern ohne beleidigen zu wollen. Ja, haben wir.

Es hat viel Spaß gemacht die zwei Jungs auf ihrer rebellischen Fahrt zu begleiten. Einfach mal ausbrechen, gegen jede Regel entgegen der Moral der Erwachsenen. Das Aufzeigen Herrndorfs, das Erwachsene eigentlich schlimmer sind als jeder pupertierende Jugendliche. Alkoholkrank, Gewalt zu Hause, Vernachlässigung, keinerlei Vorbildfunktion.

Natürlich ist das alles zugespitzt geschrieben, oder vielleicht nicht? Außerdem alles was die Zeit des Jugendlichsein ausmacht in einem Buch vereint: Liebeskummer, Pupertät, der erste Kuss und verschrobene Eltern. Oh, wie habe ich Mike ständig zugestimmt. Er befindet sich genau in dem Alter, wo man ständig zu kämpfen hat und sich zu behaupten versucht. Ich saß wieder in der Schule und konnte nachempfinden wie Mike sich fühlt. Nicht beachtet werden und Außenseiter sein und doch keinen Mut sich aufzubäumen und lieber zu schweigen. Oft gelacht! Mitgefiebert und gelitten!

Fazit: Tolles Buch ! Gesellschaftlich immernoch hoch aktuell ! Ab in den Deutschunterricht damit!